Donnerstag, 20. März 2008

Aldeas Alalay

Heute hatte ich, zusammen mit einigen Austauschschuelern, die Moeglichkeit in das Kinderdorf "Aldeas Alalay" zu fahren.

Das ist ein Kinderheim etwa eine halbe Stunde von La Paz entfernt, und der Mann von unserer Mathelehrerin arbeitet da einmal in der Woche ehrenamtlich und hat uns von daher also rumgefuerht.
Das Kinderdorf beherbergt zur Zeit 65 Kinder von 6 bis 18 Jahren, die von Dort aus zur Schule gehen muessen, im Dorf in der eigenen Baeckerei, Schreiner- oder Schneiderei arbeiten muessen und wenn es geht eine Arbeit lernen sollen.

Die Kinder sind meist keine Waisen, sondern wurden entweder missbraucht oder die Familien hatten einfach nicht mehr genug Geld oder Platz. Frueher waren es 110 Kinder, mittlerweile, so hat Jens uns erzaehlt, gibt es aber fuer die missbrauchten minderjaehrigen Maedchen, die schon ein Kind haben und die ehemals oder immernoch Drogenabhaengigen Extraheime...

Als wir zu dem Heim gefahren sind waren wir erstmal total postitiv ueberrascht, weil es von weitem wirklich schoen aussah, aber der Schein truegt.

Das Dorf liegt auf einem Berg hinter einem Flussbett, ueberdass es keine Bruecke gibt, sodass es sein kann, dass Autos zur Regenzeit einfach einige Tage lang nicht rein- oder rauskommen.

Jens hat uns als erstes durch das Gelaende und die Haeuser gefuerhrt und das Heim ist in verschiedene kleinere Haeuschen eingeteilt, den "Cabañas" in denen immer so um die 20 Kinder, aufgeteilt nach Altersgruppe und Geschlecht, wohnen.

Die Haeuser sind schon total Baufaellig, allerdings fehlt das Geld fuer groessere Reperaturen. Ausserdem ist das Grundstueck total schlecht bebaubar. Der Boden rutscht zT weg, wodurch vor einem Jahr ein Gebaeude (indem sich die Kueche befand) weggerutscht ist. Die Bauweise ist einfach zu billig, als das sie dem Stand halten koennte. Das Kinderdorf hat seit dem immer noch keine neue Kueche, sondern nur eine winzige provisorisch eingerichtigte.

Sie ist kleiner als unsere in Deutschland, es gibt nur wenig Sachen und da soll fuer ungefahr 75 Leute gekocht werden!

Die Kinder wohnen, nach alter und geschlecht aufgeteilt, in den sogenannten "cabañas" und schlafen in Zimmern mit 2-4 Leuten, in denen es nicht mehr gibt als Betten und ein oder 2 Regale. Einige Kinder schlafen auf Betten ohne Matratzen und generell haben die Kinder sehr wenige persoenliche Sachen. Auf dem Gelaende gibts ausserdem noch nen Aufenthaltsraum, wo es auch nen Fernseher und Spiele gibt, eine Versammlungshalle, deren Wellblechdach aber undicht ist und die auch zT schon abgerutscht ist, einen Sportplatz, Bueroraume, Kueche und Essensraum, und halt Baeckerrei, Schneiderei, Schreinerei, durch die das Dorf erstens selbstbenoetigte Sachen selber machen kann, aber auch Geld einnimmt, indem an umliegende Doerfer verkauft wird.

Nach der Fuehrung haben wir uns dann noch ein bisschen mit den Kindern unterhalten und Aepfel verteilt (Frau Georgi hatte uns gesagt, dass wir welche mitbringen sollten, weil die Kinder da kaum welche bekommen, sondern wenn Obst immer nur Bananen und Orangen, weil die am billigsten sind). Zuerst kamen wir uns dabei ein bisschen doof vor, die Kinder zu fragen, wer denn jetzt einen Apfel will, war dann aber doch nicht so, denn die Kinder haben sich ja schon fast da drauf gestuerzt und wollten alle unbedingt Aepfel haben und haben sich wirklich gefreut.

Alles im allen war ich schon etwas bedrueckt, nachdem ich die Zustaende dort gesehen habe und die Kinder taten mir schon wirklich leid aber irgendwie hat man auch etwas Zuversicht bekommen, da die Leute, die da arbeiten, es schaffen den Kindern zu helfen, dass sie eine mehr oder weniger faire Kindheit bekommen koennen und auch noch Chancen haben, dass in der Zukunft was aus ihnen wird und sie nicht mehr auf der Strasse arbeiten...und die Kinder waren wirklich suess!

Wen naehere Infos oder so interessieren: www.alalay.org (ist aber auf Spanisch, ne deutsch- oder englischsprachige Seite hab ich nicht gefunden)

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